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Lesewettbewerb der 6. Klassen 2009
Auch im Schuljahr 2009/10 gab es wieder einen Lesewettbewerb in der 6. Jahrgangsstufe.
Am 17. Dezember 2009 traten die besten Leser - die jeweils zwei besten aus jeder Klasse - der 6. Klassen in der Schulmensa zur Schulendausscheidung gegeneinander an. Dabei trugen sie den versammelten Mitschülern einen geübten Textauszug aus einem frei gewählten Buch und anschließend einen Fremdtext begeisternd und mit großem Können vor. Die zwei Klassenlesekönige waren zuvor in klasseninternen Ausscheidungsverfahren ermittelt worden.
Als Schulsieger konnte sich am Ende Oliver Ott (siehe Foto) aus der Klasse 6b durchsetzen, der das Publikum mit seinem bemerkenswerten und packenden Vortrag überzeugte. Neben kleinen Geschenkpreisen, die jeder Kandidat bekam, erhielt Oliver Ott durch seinen Sieg auch den Zugang zum nächsthöheren Lesewettbewerb gegen die Lesesieger aus anderen Schulen.
Wir alle wünschen ihm viel Glück dabei!!!
Deutsch – ein Fach im Zentrum der Bildungs- und Erziehungsziele
Sicherlich klingt die Überschrift auf den ersten Blick etwas befremdend. Und manche, die die Überschrift lesen, werden sich denken: „Ist Deutsch ein Fach, das sich überschätzt? Oder überschätzen sich die Lehrkräfte, die dieses Fach unterrichten?“
Ich denke nicht. Schließlich ist die angemessene mündliche und schriftliche Beherrschung des Deutschen von zentraler Bedeutung. In Mathematik beim Verstehen einer Textaufgabe, in Physik und Chemie bei der Erstellung einer Versuchsbeschreibung, in Erdkunde und Geschichte beim Verstehen von Texten, die interessante Informationen zu den gerade behandelten Lerninhalten anbieten, ………….
Formulierungen zu verstehen ermöglicht den gedanklichen Nachvollzug und schafft – wie es ein Bildungspolitiker einmal formuliert hat – „Weltverständnis“.
Hinzu kommt noch ein weiterer Umstand, der das Fach Deutsch im Zentrum der Bildungs- und Erziehungsziele stehen lässt. Deutsch hat eine eminent wichtige kompensatorische Funktion. Schüler aus ungünstigen sozialen Verhältnissen und Schüler mit Migrationshintergrund erhalten die Gelegenheit, durch die vielfältigen Anregungen, die das Fach Deutsch bietet, ihre sprachliche Kompetenz zu verbessern.
1. Hinweise zum Lehrplan
Wichtig für den Umgang mit dem Lehrplan ist eine intensive Beschäftigung mit seiner Struktur. Der neue Lehrplan besteht aus drei Ebenen, die sich aufeinander beziehen und erst zusammen Bildung und Erziehung an der Realschule deutlich machen. Beschreibungsebene 1 stellt Ziel und Anspruch der sechsstufigen Realschule dar und umschreibt damit das Schulartprofil. Beschreibungsebene 2 erläutert, wie der Bildungsund Erziehungsauftrag der sechsstufigen Realschule verwirklicht werden soll. Sie umfasst die fächerübergreifenden Bildungsund Erziehungsaufgaben sowie die Fachprofile. Beschreibungsebene 3 ist die Ebene der Fachlehrpläne. Diese Beschreibungsebene führt in drei aufeinander bezogenen Abschnitte das aus, was unterrichtet werden soll: Den pädagogischen Leitthemen mit grundlegenden Bildungsund Erziehungsaufgaben der Jahrgangsstufe folgen Vorschläge für fächerverbindende Unterrichtsvorhaben und schließlich die Fachlehrpläne mit den Lernzielen und Lerninhalten einschließlich des Grundwissens.
Dabei weist das Fach Deutsch die nachfolgenden Gegenstandsbereiche auf:
- Sprechen und Zuhören
- Schreiben
- Sprache untersuchen und grammatische Strukturen beherrschen
- Mit Texten und Medien umgehen
Zu bedenken sind die pädagogischen Leitthemen und die fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben für die jeweilige Jahrgangsstufe. Und zwar auch in der Differenzierung in verbindliche fächerverbindende Unterrichtsvorhaben und in Vorschläge für weitere fächerverbindende Unterrichtsvorhaben. Alle diese Festlegungen sind im Lehrplan zum Ausdruck gebracht, so dass ich auf die Nennung dieser Festlegungen verzichte und lediglich auf den Lehrplan verweise.
2. Die vier Hauptziele des Deutschunterrichts
Bei dieser Zusammenstellung folge ich den Ausführungen von Herrn Rehfeld, der Zentraler Fachleiter für das Fach Deutsch ist. Seine primäre Aufgabe ist es, die Seminarlehrer im Fach Deutsch zu betreuen und eine qualitativ hochwertige Ausbildung der Studienreferendarinnen und Studienreferendare zu gewährleisten.
3. Handlungsfelder des Deutschunterrichts
Sprachgeschichte
Wortbildung
Literaturgeschichte
Kreativ mit Sprache umgehen
Bücher lesen
Erschließen von Sachtexten
Vor Zuhörern sprechen
Aufsatztechnik
Rechtschreiben
Grammatik
Zugang zu poetischen Texten finden
Auch bei dieser Zusammenstellung folge ich den Ausführungen von Herrn Rehfeld, der Zentraler Fachleiter für das Fach Deutsch ist.
4. Unterrichtspraktische Ergebnisse
Um zu verdeutlichen, zu welchen Ergebnissen der kreative Umgang mit Sprache führen kann, einige Schreibversuche aus dem Unterrichtsalltag.
Blick aus dem Fenster
Zutiefst betrübt blicke ich nach draußen. Der Himmel trägt ein Grau, das keine helleren und dunkleren Stellen aufweist. Jetzt, wo ich etwas älter geworden bin, erkenne ich erst, wie sich meine Mutter und viele andere Südländer fühlen. Die emotionale Kälte Deutschlands lässt nicht nur sie leiden. „Ich will nach Hause!“, denke ich und seufze. Mein Blick wandert durch das stickige Klassenzimmer. Überall sehe ich Gegenstände mit hohem Tempo durch die Luft sausen. Lautes Geschrei. Beleidigungen fallen. Diese Bilder bestärken meine trübsinnigen Gedanken. „Ich will hier raus! Raus aus Deutschland!“, höre ich es in meinem Kopf. Ich stehe langsam auf und verlasse das Zimmer. Draußen im Flur stehen Fabian und andere Klassenkameraden. Wir denken anscheinend ähnlich, was das Chaos betrifft. Aber irgendwie auch nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, trotz meiner Freunde allein zu sein. Ich blicke wieder nach draußen und sehe den Regen. Nass. Kalt. Alles grau. Das ist Deutschland. Aber bald werde ich dem Regen entfliehen. Mein Ziel liegt nicht mehr weit entfernt. Endlich wieder zu Hause sein. Den salzigen Geschmack der Meeresluft wieder schmecken, den Sand zwischen den Zehen fühlen. Regen gibt es dort auch. Aber er klingt wie Musik in den Ohren. Wenn ich an zu Hause denke, brodelt der Rhythmus heißer Musik in mir. Ich schaue erneut nach draußen und spüre, dass ich Kraft und neuen Mut bekomme, um dem Regen und der Kälte zu trotzen.
(Kevin Fritsche)
Am Bahnhof
Nun bin ich endlich da. Ich stehe mitten in der großen, von Menschen überfüllten Eingangshalle. Links von mir befindet sich ein kleiner Laden. Durch die Glasscheibe kann ich den Inhaber erkennen. Er verkauft gerade einem gut gelaunten Mann eine Zeitschrift. Rechts verspüre ich den frischen Geruch von aufgebackenem Brot. Plötzlich höre ich es gongen, und ich gucke rasch auf die Anzeige. Aus einem Lautsprecher dröhnt eine laute Männerstimme: „Zug nach Wien trifft gerade ein. Bitte, begeben Sie sich nun zum Bahnsteig 9 und halten Sie Ihre Fahrkarte bereit.“ Durch eine weitere Scheibe, mit Blick auf die Gleise, sehe ich einen ICE in die Station rauschen. „Jetzt aber schnell“, denke ich mir und begebe mich flott auf eine der drei Rolltreppen. Rasch befinde ich mich unter den Gleisen. Auf beiden Seiten des langen, etwas düsteren Tunnels befinden sich zwei Ausgänge und Schilder, auf denen die Nummern der Gleise stehen. Als ich bei der Nummer 9 ankomme, haste ich die Treppe hinauf und stehe auf dem Bahnsteig. Keuchend vor Erschöpfung lehne ich mich an ein kaltes Geländer. In unmittelbarer Nähe erkenne ich den Zug, der einem Bahnwärter ein Hupsignal gibt und anschließend mit quietschenden Bremsen hält. Die Türen öffnen sich mit einem Ruck, es zischt, und ich steige ein.
(Alexander v. Neuhoff)
Der Berg
Der graue Kies knirscht bei jedem Schritt, den ich mache. Vögel zwitschern und die Sonne wärmt mich aus einem strahlend blauen Himmel. Neben mir plätschert ein glasklarer Bach, aus dem ich mir einen großen Schluck gönne. „A--a --ah!“, das kalte Wasser erquickt mich und gibt mir neue Kraft für den beschwerlichen Aufstieg. Seit zwei Stunden genieße ich jetzt schon diese herrliche Natur. Um mich herum das sehr intensiv duftende Zitronengras und Bäume, so groß wie Häuser. Auf einer Lichtung erspähe ich ein paar spielende Hasen und einen Adler, der anscheinend nach seinem Mittagessen jagt. Es ist etwas Wind aufgekommen. Die Baumkronen rascheln leise vor sich hin. „Da!“, auf einem Feld lässt ein Vater mit seinem Sohn einen farbenfrohen Drachen steigen. Der Weg wird steiler, und die Blütenpracht wird nun mit der zunehmenden Höhe weniger. Hier und da erspähe ich noch einen schwarz gepunkteten Marienkäfer oder eine Raupe, die sich gerade an einem saftigen Blatt satt frisst. Es sind nur noch wenige Meter bis zur Spitze. Ich erreiche sie und bekomme fast einen Schock, denn dort liegt ………
(Daniel Maier)
Abendstimmung im Herbst
Es ist schon spät und doch ziehe ich meine Jacke zum letzten Mal an diesem Tag an.
„Ich treffe mich mit meiner Freundin auf einem Spielplatz.“, sage ich mir, immer noch überrascht, dass ich um diese Uhrzeit das Haus verlasse.
Ich laufe zügig zu unserem Treffpunkt. Der bezaubernde Anblick, der sich mir dort bietet, raubt mir den Atem. Meine Freundin sitzt einfach nur da. Sie wartet und lächelt mich an, als ich mich nähere. Wie wunderschön sie doch ist. „Womit habe ich das nur verdient?“ Mein Puls beschleunigt sich, ich kriege Herzklopfen. Blut schießt mir ins Gesicht und lässt mich leicht erröten. Ich geselle mich zu ihr und lausche nun ihrem Atem. Ein Knacken! Wir fahren beide leicht zusammen. Ich sehe mich nach der Ursache dieses Knackens um, sehe aber nur den Spielplatz, die angrenzende Straße und ein paar Bäume. Ich kann nichts ausmachen, was der Urheber dieses geheimnisvollen Geräusches sein könnte.
Um meine leicht verängstigte Freundin zu beruhigen, rücke ich dichter an sie heran und umschließe ihren warmen Bauch mit meinen Armen. Das einzige Geräusch, das jetzt noch an meine Ohren dringt, ist ihr Atem. Eine leichte Windböe kommt auf und trägt den Geruch von feuchtem Asphalt zu mir. Ihr Parfum überdeckt jedoch diesen Geruch. Sie duftet wie immer so verführerisch und betörend gut. Was will man mehr? „Es ist ein perfekter Moment.“, denke ich mir. Ich schaue auf zum Mond, der uns ein bisschen Licht spendet. Meine Freundin liegt mir in den Armen. In unserer beider Herzen ist nichts als pure Zufriedenheit. „Dieser Moment sollte niemals enden!“, raune ich in ihr Ohr. Die romantische Stimmung, die in der Luft liegt, veranlasst meine Liebste dazu, sich umzudrehen und ihre Lippen auf die meinen zu legen. „Ich liebe dich!“, flüstere ich und erneut schmiegen sich ihre weichen Lippen sanft auf meine.
F. Jung, SR